Das Projekt fördert den Zugang pflegender An- und Zugehöriger zum Arbeitsmarkt. Ein barrierefreier KI-basierter Chatbot wird prototypisch als Webanwendung entwickelt. Er zielt auf die Unterstützung der Förderung und des Erhalts von Berufstätigkeiten von Pflegenden sowie ihre gesellschaftliche Teilhabe.
Das Ziel ist die Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt einer von Exklusion bedrohten, aber für den Ausgleich des Fachkräftemangels bedeutsamen und demografiebedingt rasant wachsenden Zielgruppe (2030 ca. 12 Mio.). 99 Prozent aller pflegebedürftigen Kinder werden häuslich von ihren Eltern gepflegt. Häufig beenden pflegende Eltern ihre Berufstätigkeit trotz gegenteiliger Wünsche, weil ihnen Kenntnisse darüber fehlen, wie Pflegeherausforderungen und Berufstätigkeit verbunden werden könnten. Bestehende Möglichkeiten zur Vereinbarkeit werden bislang kaum für die Integration dieser diversen Zielgruppe umgesetzt. Aktuell gelingt es wenigen Pflegenden, die Antworten auf viele ihrer Fragen zu recherchieren. Auch Arbeitgeber kennen die Bedarfe pflegender Angestellter sowie die Fördermöglichkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege selten. Informationen liegen verstreut und zudem in für viele Menschen unverständlicher Fachsprache auf diversen Webseiten sowie in Beratungsstellen und Selbsthilfevereinen vor.
Ein Proof of Value wird geschaffen, um Kosten und Nutzen klarer einschätzen und gut gegeneinander abwägen zu können. Der Fokus liegt zunächst auf der Zielgruppe der pflegenden Eltern. Es wird so weit wie möglich auf vorhandene Technologien sowie Informationsquellen zurückgegriffen, jedoch durch eine neuartige Kombination, Strukturierung und Weiterentwicklung ein bislang nicht existenter Anwendungskontext und Mehrwert geschaffen. Die Entwicklung des KI-basierten Chatbots findet unter Anwendung des Co-Design-Konzeptes statt und bringt die Bedarfe Pflegender von Anfang an in die Projekt- und Anforderungsdefinition ein. Bereits das hier vorgelegte Konzept basiert auf Bedarfsformulierungen von Betroffenen. Um allen Menschen Zugänge zu den benötigten Informationen leicht verstehbar zu bieten, wird ein sprachmodellbasiertes System entwickelt. Es bietet Informationen unter anderem zu Leistungsangeboten, Rehabilitations- und Weiterbildungsmaßnahmen.